Im Gegensatz zur Prozessindustrie dominiert das industrielle Ethernet in der Fabrikautomation. Dadurch reduzieren sich die Nutzungsargumente von SPE aus der Prozessautomatisierung auf den geringeren Platzbedarf, leichteres Kabelgewicht, längere Kabel, eine robustere und einfachere Installation und Wartung durch eine einheitliche Werkzeugumgebung.
Wie lassen sich diese Vorzüge nun auf bestehende IP-basierte Netzwerke übertragen, die bereits viele der aktuellen datengetriebenen Geschäftsmodelle ermöglichen? Eine facettenreiche Herausforderung. Einige Industrial-Ethernet-Standards verfügen beispielsweise nicht über eine Übertragungsgeschwindigkeit von 10Mbit oder haben sie gerade erst integriert.
Seit 2007 stimmen bereits einige Sensorhersteller - Haupttreiber in APL für die Prozessautomatisierung - ihre Anforderungen auf den IO-Link-Standard ab. IO-Link unterstützt Parametrisierung, Diagnostik und die vollständige Integration in "Industrie 4.0"-Ökosysteme. Ein Transport von IO-Link-Frames über 1000m SPE würde das frühere Punkt-zu-Punkt-Sensornetzwerk jedoch in eine Art Feldbus wandeln. Ein Positionierungsgespräch soll Verwechslungen aufklären und vermeiden. Trotz dieser technischen Aspekte stellt sich der Fabrikautomation die grundlegende Frage: In welchen Fällen bringt SPE Vorteile? Verschiedene Gruppen in PI, OVDA und IO-Link-Organisationen diskutieren und untersuchen derzeit diese Anwendungsfälle und mögliche Integrationsszenarien in das Feld. Das IO-Link-Konsortium veröffentlichte ein Whitepaper mit mehreren Beispielen für Einsatzszenarien (IO-Link Consortium, 2020), das einige Beispielinstallationen im Brownfield aufgreift: