Success Story: PROFINET-Integration in industriellen Kleinserien
Konkrete Anforderungen im Projekt:
Kurzer Projektverlauf trotz begrenzter interner Ressourcen.
Minimale Hardware-Eingriffe in das bestehende Design.
Kleinserie berücksichtigen, daher keine separate PCB-Entwicklung als eigener Projektzweig.
Zertifizierungsaufwand reduzieren durch frühe Festlegung von Konformitätsklasse A und Netload-Klasse 1.
Keine Zusatzfeatures, wenn sie im Anwendungsfall keinen Mehrwert bringen (z. B. Alarme, Diagnose, aufwendige Parametrierung).
Der Projektaufbau
Die Unternehmen im Überblick
Brückmann
Gesamtverantwortung für das Netzteil-Design, Projektkoordination, Abstimmung mit dem Endkunden
Burger Engineering
Entwicklung der Applikation sowie Integration der Kommunikation über das netRAPID 90 und Begleitung der anschließenden Zertifizierung
Hilscher
Bereitstellung des netRAPID 90 sowie dazugehörigem PROFINET-Stack, Support bei Stack-Fragen und Lizenzabwicklung, technischer Austausch während der Implementierung
Die Projektphasen im Überblick
Anbindung über SPI-Schnittstelle
Die Verbindung zum STM32 realisierte das Team über eine SPI-Schnittstelle. Das netRAPID 90 rief prozessrelevanten Daten direkt vom STM32-Controlchip ab und übermittelte sie auch in die Gegenrichtung wieder an ihn. Dieser zyklische Prozessdatenaustausch erhöhte die Timing-Stabilität deutlich. Zudem erleichterte er spätere Anpassungen an den übertragenen Daten.
Einfache Konfiguration der Datenstruktur
Für die Datenstruktur setzte das Team auf eine bewusst einfache Konfiguration. Das netRAPID 90 hatte keine Kenntnis über die konkreten Inhalte. Stattdessen tauschte es zyklisch 64 Byte Provider- und 64 Byte Consumer-Daten als reine Byte-Felder zwischen PROFINET-Netzwerk und STM32 aus. Die Interpretation der Inhalte lag damit ausschließlich bei der übergeordneten Steuerung und beim STM32. Auf dem netRAPID-Modul wurden die Daten lediglich in definierten Takten gespiegelt.
Anpassungen bis zum Projektende möglich
Diese Spiegelung reduzierte den Entwicklungsaufwand erheblich: Anpassungen an der Datenstruktur – etwa das Erweitern von Parametern, die Umstellung von 8-Bit- auf 16-Bit-Werte oder das Hinzufügen neuer Steuerbefehle – konnten selbst zum Projektende hin noch erfolgen, ohne dass die Kommunikationsschicht erneut angepasst werden musste. Genau dieser Entkopplung verdankte das Projekt seine hohe Flexibilität und Geschwindigkeit.
Für die Entwickler bedeutete das: keine komplexe Diagnose, keine aufwendige Interpretation, keine unnötige Parametrierung – sondern ein robuster, flexibler Prozessdatenaustausch. Zusätzlich konnte die Entwicklungszeit mit dem netRAPID 90 von Hilscher als Embedded-Modul-Lösung verkürzt werden, da der Entwicklungsaufwand im Vergleich zu einer integrierten Chip-Lösung deutlich geringer war.
Bei Produktentwicklungsprojekten bieten wir schon lange ein Rundum-Sorglospaket an, das in letzter Zeit verstärkt von unseren Kunden angefragt wird. Das hat verschiedene Gründe, sicherlich auch Ressourcenmangel intern. Denn die Zeiten, in denen man sich für Produktentwicklung viele Monate Zeit nehmen konnte, sind vorbei. Durch den Einsatz von vollständig getesteten Embedded-Modulen mit vorinstallierter Firmware können wir den Entwicklungszyklus aber drastisch verkürzen.
Jörg Klenke
Mitglied der Geschäftsleitung
Burger Engineering
Erfolgreiche Vorstellung vor Fachpublikum
Weiterführende Links
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