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Success Story: Mobile Alarmierung für Bestandsanlagen

Ausgangspunkt: Kritische Alarme bleiben in der Fertigung

In vielen Produktionsanlagen sind kritische Maschinen seit Jahren im Einsatz und wurden ursprünglich weder für modernes Monitoring noch für Fernzugriffe ausgelegt. Wenn eine Störung auftritt, besteht das erste „Alarmsystem“ häufig lediglich aus einer blinkenden Warnleuchte, einer lokalen HMI-Meldung oder einem akustischen Signal an der Produktionslinie.

Das funktioniert – bis es eben nicht mehr funktioniert.

Tritt ein Problem nachts, während Pausen oder in unbesetzten Bereichen auf, bleiben Alarme häufig unbemerkt. Und selbst wenn jemand den Alarm wahrnimmt, hängt die Eskalation oft von Telefonanrufen, Funkgeräten oder manueller Dokumentation ab. Dadurch verzögert sich die Fehlerbehebung und aus kleinen Abweichungen werden längere Stillstandszeiten.

Viele Fertigungs- und Betriebsteams möchten genau das verbessern: schnellere Reaktionszeiten auf Vorfälle in bestehenden Systemen, ohne die bestehende Automatisierungsarchitektur neu zu gestalten.

Das Ziel: Die richtigen Personen sofort alarmieren – ohne Änderungen an der Maschine vorzunehmen.

Die Anforderungen in solchen Fällen sind klar definiert:

  • Nutzung vorhandener Datenquellen in der OT-Umgebung
  • Frühzeitige Erkennung ungewöhnlicher Zustände
  • Auslösen zuverlässiger mobiler Alarmierungen
  • Geringer Engineering-Aufwand
  • Vermeidung größerer Änderungen an bestehenden SPS-Programmen oder am Maschinendesign

Die Antwort auf diese Anforderungen sind Edge-basierte Monitoring-Workflows mit lokaler Ereigniserkennung und mobiler Störungsalarmierung.

Die Lösung: netFIELD an der Edge sowie SIGNL4 auf mobilen Geräten.

Die Lösung vereint zwei Funktionen:

Hilschers netFIELD ermöglicht die IT-OT-Integration durch die Bereitstellung industrieller Konnektivität und Edge-Processing nahe an den Maschinen. Die Anbindung an typische Legacy-Umgebungen erfolgt über:

  • Industrielle Steuerungen
  • Feldgeräte, die über industrielle Netzwerke verbunden sind
  • passives Monitoring der industriellen Ethernet-Kommunikation (wenn Änderungen am SPS-Code nicht gewünscht sind) über industrielle Kommunikations-Apps
  • Auf dem Gateway übernehmen netFIELD Apps die Datenverarbeitung und Ereignislogik, einschließlich Node-RED für Low-Code-Processing.

SIGNL4 von Derdack wird als Alarmierungs- und Incident-Response-Ebene eingesetzt. Es empfängt Ereignismeldungen von der Edge und verteilt diese über die SIGNL4-Cloud an mobile Geräte der Bereitschaftsteams direkt an die verantwortlichen Mitarbeitenden auf dem Shopfloor. Diese erhalten:

  • mobile Push-Benachrichtigungen
  • optionale SMS oder Sprachanrufe
  • Eskalationsregeln und Incident-Workflows

Gemeinsam entsteht daraus eine klare Kette:
OT-Datenerfassung (netFIELD Edge Gateways) → Edge-Ereigniserkennungs-Apps wie Node-RED auf den Edge Gateways → Weiterleitung und Verteilung über die Cloud (SIGNL4) → mobiler Alarm (SIGNL4) → schnelle Reaktion auf OT-Ebene.

So funktioniert es in der Praxis: Mobiler Alarmierungs-Workflow in einem Legacy-System

Die Daten bleiben in der Anlage – die Ereignisse verlassen die Anlage

Anstatt Rohprozessdaten in die Cloud zu senden, bewertet das Gateway Zustände lokal. Nur relevante Ereignisse werden weitergeleitet. Das hält den Datenverkehr gering und macht das System robust.

 

 

 

Lokale Logik wandelt Prozesswerte in verwertbare Vorfälle um

Mit Node-RED auf dem Gateway können OT-Teams einfache und transparente Regeln definieren, wie zum Beispiel:

  • Grenzwertüberschreitungen (z. B. Temperatur, Druck, Strom)
  • Zustandsänderungen (z. B. Maschinenstopps, Moduswechsel)
  • Musterbasierte Prüfungen (z. B. wiederholte kurze Stopps innerhalb eines Zeitfensters)

Ereignisse werden vor dem Versand angereichert

Wenn ein Zustand erkannt wird, können die Gateways Ereignismeldungen erzeugen, die Folgendes enthalten:

  • Maschinen- oder Linienkennung
  • Zeitstempel
  • Messwert oder Status
  • Alarmbeschreibung und Schweregrad
  • optionaler Kontext (z. B. letzter stabiler Wert, betroffene Station)

Dadurch wird sichergestellt, dass die Empfänger die Situation sofort verstehen können – ohne jemanden anrufen zu müssen, um den Alarm zu interpretieren.

SIGNL4 verteilt und eskaliert

Das Gateway sendet das Ereignis per Webhook/API an SIGNL4. SIGNL4 leitet es an die zuständige Gruppe weiter und eskaliert automatisch, wenn niemand den Alarm rechtzeitig bestätigt.

Der Techniker erhält eine klare Handlungsaufforderung

Anstatt einer Meldung wie „Irgendetwas stimmt an Linie 3 nicht“, erhält der Techniker wertvolle Informationen wie:

  • was passiert ist
  • wo es passiert ist
  • wie dringend es ist
  • welcher Wert den Alarm ausgelöst hat
  • wer den Vorfall aktuell bearbeitet (nach der Bestätigung)

Dadurch verändert sich das Incident-Handling von „reagieren, wenn man es bemerkt“ hin zu „reagieren, sobald es passiert“.

Ein Incident-Szenario: Von der Abweichung zur Reaktion in wenigen Minuten

Ein typisches Szenario in einer Produktionsanlage betrifft eine Legacy-Maschinenzelle, bei der kleinere Abweichungen früher bis zur nächsten manuellen Prüfung unbemerkt blieben.

Mit dem neuen Setup könnte ein mögliches Szenario wie folgt aussehen:

  1. Ein Prozesswert bewegt sich außerhalb seines definierten Betriebsbereichs.
  2. Das Edge Gateway erkennt die Abweichung sofort und verarbeitet sie über einen definierten Node-RED-Flow.
  3. Ein Incident wird erstellt und an SIGNL4 weitergeleitet.
  4. Der Bereitschaftstechniker erhält eine mobile Push-Benachrichtigung basierend auf Duty Schedules.
  5. Der Alarm wird bestätigt, und das Team weiß, dass die Zuständigkeit übernommen wurde.
  6. Erfolgt keine Bestätigung, eskaliert SIGNL4 automatisch.
  7. Der Techniker reagiert frühzeitig – bevor aus der Abweichung ein Stillstand wird.

Die entscheidende Verbesserung ist nicht einfach nur „mehr Daten“. Es ist eine schnellere und strukturierte Reaktion.

Warum die Edge für Legacy-Systeme wichtig ist:

Legacy-Umgebungen erfordern häufig pragmatische Integrationsansätze. Edge-Processing hilft dabei, weil:

  • die Konnektivität nahe an den Maschinen und OT-Netzwerken bleibt
  • die Ereigniserkennung nicht von einer permanenten Cloud-Konnektivität abhängt
  • das System auch dann funktioniert, wenn nur eingeschränkte Schnittstellen verfügbar sind
  • Änderungen schnell in Node-RED umgesetzt werden können, ohne große Softwareprojekte

Dadurch eignet sich der Ansatz für eine schrittweise Einführung: zunächst mit einer Maschinenzelle beginnen und anschließend skalieren.

Deployment-Optionen: Von einer einzelnen Maschine bis hin zur gesamten Produktionsanlage

Das Konzept lässt sich typischerweise auf drei Arten skalieren:

  • Maschinenebene
    Ein Gateway pro kritischer Maschine oder Station. Ein einfacher Einstiegspunkt für Retrofit-Projekte.
  • Zellen-/Linienebene
    Ein Gateway erfasst und bewertet Signale von mehreren Maschinen innerhalb einer Produktionszelle.
  • Werksweite Ebene
    Mehrere Gateways werden standort- oder bereichsübergreifend betrieben. SIGNL4 fungiert dabei als einheitliche Alarmierungsebene für alle überwachten Assets.

Für größere Rollouts bietet netFIELD außerdem zentrale Edge-Management-Funktionen für die Edge-Infrastruktur (Onboarding, Status, Update-Rollout, Remote-App-Management), was dabei hilft, konsistente Konfigurationen über verteilte Installationen hinweg aufrechtzuerhalten.

Ergebnis: Weniger Verzögerungen, mehr Transparenz, höhere Betriebssicherheit
Durch die Implementierung Edge-basierter Ereigniserkennung und mobiler Alarmierung können wiederholbare Incident-Workflows für Legacy-Systeme etabliert werden:

  • Incidents erreichen die verantwortlichen Teams sofort
  • Reaktionszeiten verbessern sich, da die Zuständigkeit klar ist und die Alarme Kontextinformationen enthalten
  • Eskalationen funktionieren zuverlässig – auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten
  • Ingenieure können die Alarmierungslogik schnell anpassen, wenn sich Anforderungen ändern

Der Erfolgsfaktor ist die Kombination aus industrieller OT-Konnektivität an der Edge mit mobiler Incident-Alarmierung und Eskalation – entwickelt für reale Betriebsabläufe und nicht nur für Dashboards.

Fazit

Mobile Alarmierung entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo Legacy-Maschinen nach wie vor die Produktion dominieren. Mit Hilschers netFIELD und SIGNL4 von Derdack können Unternehmen einen praxisnahen Incident-Response-Workflow aufbauen, der ungewöhnliche Zustände lokal erkennt und die richtigen Personen sofort benachrichtigt – ohne bestehende Automatisierungssysteme neu aufbauen zu müssen.

Über Derdack / SIGNL4

Derdack ist ein Softwareunternehmen, das sich auf Lösungen für mobile Alarmierung und Incident Response in industriellen Betriebs- und IT-Umgebungen spezialisiert hat.

SIGNL4 ist eine mobile Alarmierungsplattform, die sicherstellt, dass kritische Alarme die richtigen Personen zur richtigen Zeit erreichen. Die Plattform unterstützt mehrere Benachrichtigungskanäle, darunter Push-Benachrichtigungen, SMS und Sprachanrufe.

SIGNL4 unterstützt Unternehmen dabei, Incident-Response-Prozesse zu verbessern, indem zuverlässige Alarmierung, Eskalationsmanagement und mobiles Incident-Handling für Wartungsteams, Serviceorganisationen und Betriebspersonal bereitgestellt werden.

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Über Hilscher

Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH ist ein Technologieunternehmen, das sich auf industrielle Kommunikation und industrielle IoT-Lösungen spezialisiert hat.

Das netFIELD-Ökosystem bietet Funktionen für industrielles Edge-Management und Datenerfassung zur Anbindung von Maschinen, Feldgeräten und industriellen Netzwerken. Hilscher Edge Gateways, die zentrale Edge-Management-Plattform netFIELD Cloud sowie netFIELD Apps ermöglichen die flexible Integration von Operational-Technology-(OT)-Umgebungen mit übergeordneten IT-Systemen und digitalen Services.

Diese Lösungen werden von Maschinenbauern und industriellen Betreibern eingesetzt, um industrielle IoT-Anwendungen wie Maschinenkonnektivität, Condition Monitoring und Remote Services umzusetzen.

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Mit netFIELD profitieren Sie von Hilschers umfassender Expertise in der industriellen Kommunikation – und schaffen so die Basis für eine zuverlässige IT-OT-Konvergenz und Industrie-4.0-Implementierungen. Die Plattform ermöglicht es Ihnen, Edge-Gateways und IIoT-Anwendungen effizient zu betreiben, zu verwalten und zu skalieren – ob cloudangebunden, hybrid oder vollständig On-Premises.

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